Stopp der Produktion bei Audi

Alle Werke des Volkswagen-Konzerns bis zum Ende der Woche betroffen

Shut Down auch in Ingolstadt
Shut Down auch in Ingolstadt

Die Produktion in den Audi Werken wird bis zum 20. März 2020 kontrolliert heruntergefahren, teilt die IG Metall jetzt mit.

„Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie treffen nicht nur unser Unternehmen, sondern jeden von uns persönlich“, heißt es in einer Mitteilung der IG Metall bei Audi, die auf Facebook veröffentlicht wurde. Der Betriebsrat habe demnach mit dem Vorstand intensive Gespräche über den weiteren Umgang mit der Corona-Krise geführt. „Die Produktion in den Audi Werken wird bis zum Ende der Woche kontrolliert heruntergefahren, vorbehaltlich der Zustimmung der betrieblichen Mitbestimmungsgremien.“

Die IG Metall weiter: „Für den Gesamtbetriebsrat steht der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten an oberster Stelle. Gleichzeitig sollen die finanziellen Risiken für alle Audianerinnen und Audianer minimiert werden. Wir hoffen dabei auf ein solidarisches und unbürokratisches Entgegenkommen des Unternehmens gegenüber der Audi Belegschaft. Wir drängen hier auf verbindliche Zusagen.“

Unterdessen teilte der Volkswagen Konzern mit, dass das Geschäftsjahr 2019 mit verbesserten finanziellen Ergebnissen fast aller Marken erfolgreich abgeschlossen wurde. Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, sagte: „2019 war ein sehr erfolgreiches Jahr für den Volkswagen Konzern. Wir haben für alle relevanten Veränderungen wesentliche Weichenstellungen getätigt“, so eine Pressemitteilung, die immonews.IN, dem Nachrichtendienst für Immobilienpreise und Mieten in Ingolstadt und Region, vorliegt. Diess: „2020 ist ein sehr schwieriges Jahr. Die Corona-Pandemie stellt uns vor ungekannte operative und finanzielle Herausforderungen. Zudem sind nachhaltige Konjunktureinflüsse zu befürchten. Durch die Bündelung unserer Kräfte, eine enge Zusammenarbeit und gute Moral im Konzern wird es uns gelingen, die Corona-Krise zu bewältigen.“

Die Umsatzerlöse der Marke Volkswagen Pkw waren 2019 mit 88,4 Mrd. Euro um 4,5 Prozent höher als im Vorjahr. Das Operative Ergebnis vor Sondereinflüssen legte auf 3,8 (3,2) Mrd. Euro zu. Belastungen aus dem geringeren Absatz von Volkswagen Pkw Modellen, Anlaufkosten und Wechselkursen konnten insbesondere durch Verbesserungen im Mix und in der Preispositionierung kompensiert werden. Die operative Umsatzrendite vor Sondereinflüssen stieg auf 4,3 (3,8) Prozent. Aus der Dieselthematik ergaben sich Sondereinflüsse in Höhe von – 1,9 (– 1,9) Mrd. Euro.

Im Geschäftsjahr 2019 gingen die Umsatzerlöse der Marke Audi auf 55,7 (59,2) Mrd. Euro zurück; Grund war die konzerninterne Verlagerung der Mehrmarken-Vertriebsgesellschaften. Das Operative Ergebnis (im Vorjahr vor Sondereinflüssen) lag bei 4,5 (4,7) Mrd. Euro. Belastungen aus Modellan- und -ausläufen, höheren Vorleistungen für neue Produkte und Technologien, einer ungünstigen Wechselkursentwicklung sowie Personalkostensteigerungen standen Mix- und Produktkostenverbesserungen gegenüber. Die operative Umsatzrendite (im Vorjahr vor Sondereinflüssen) belief sich auf 8,1 (7,9) Prozent. In den Finanzkennzahlen der Marke Audi sind auch die Werte der Marken Lamborghini und Ducati enthalten.

Die Umsatzerlöse der Marke ŠKODA stiegen 2019 um 14,5 Prozent auf 19,8 Mrd. Euro, unter anderem infolge der Erstkonsolidierungen nach der Übernahme der Regionsverantwortung für Indien. Das Operative Ergebnis verbesserte sich um 0,3 Mrd. Euro auf 1,7 Mrd. Euro. Negative Effekte aus Kostensteigerungen und höheren Vorleistungen für neue Produkte konnten durch Volumensteigerungen, Mixoptimierungen und Preismaßnahmen mehr als ausgeglichen werden. Die operative Rendite lag bei 8,4 Prozent; im Vorjahr waren es 8,0 Prozent.

Im Berichtsjahr setzte SEAT seine positive Entwicklung fort: Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 11,5 Mrd. Euro und übertrafen den Rekordwert des Vorjahres um 12,7 Prozent. Das Operative Ergebnis stieg auf 445 (254) Mio. Euro und erreichte ebenfalls einen neuen Spitzenwert. Insbesondere Volumen- und Mixeffekte hatten einen positiven Einfluss. Die operative Rendite der Marke SEAT verbesserte sich auf 3,9 (2,5) Prozent.

Die Marke Bentley erzielte 2019 Umsatzerlöse in Höhe von 2,1 Mrd. Euro und übertraf damit den Vergleichswert des Vorjahres um 35,1 Prozent. Das Operative Ergebnis verbesserte sich auf 65 (– 288) Mio. Euro, was neben dem höheren Volumen auf Kosteneinsparungen im Rahmen des laufenden Effizienzprogramms sowie auf die Mix- und Wechselkursentwicklung zurückzuführen war. Die operative Rendite stieg auf 3,1 (– 18,6) Prozent.

Die Umsatzerlöse von Porsche Automobile nahmen im Geschäftsjahr 2019 um 10,1 Prozent auf 26,1 (23,7) Mrd. Euro zu. Das Operative Ergebnis vor Sondereinflüssen verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. Negative Wechselkurseffekte und Kostensteigerungen standen Volumen- und Mixverbesserungen sowie Produktkostenoptimierungen gegenüber. Die operative Rendite vor Sondereinflüssen belief sich auf 16,2 (17,4) Prozent. Aus der Dieselthematik ergaben sich im Berichtszeitraum Sondereinflüsse in Höhe von – 0,5 Mrd. Euro.

Im Geschäftsjahr 2019 lagen die Umsatzerlöse von Volkswagen Nutzfahrzeuge mit 11,5 (11,9) Mrd. Euro annähernd auf Vorjahresniveau. Vor allem gestiegene Fix- und Entwicklungskosten für neue Produkte führten dazu, dass das Operative Ergebnis auf 510 (780) Mio. Euro zurückging. Positiv wirkten verbesserte Produktkosten. Die operative Rendite belief sich auf 4,4 (6,6) Prozent.

Scania Vehicles and Services erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 Umsatzerlöse in Höhe von 13,9 (13,0) Mrd. Euro. Das Operative Ergebnis legte um 24,8 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro zu. Neben dem höheren Fahrzeugabsatz und einem stärkeren Originalteile- und Dienstleistungsgeschäft wirkten ein verbesserter Mix sowie Wechselkurseffekte positiv auf das Ergebnis. Die operative Umsatzrendite belief sich im Berichtsjahr auf 10,8 (9,3) Prozent.

Die Umsatzerlöse von MAN Nutzfahrzeuge stiegen 2019 volumenbedingt auf 12,7 Mrd. Euro; das waren 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Operative Ergebnis war mit 402 (332) Mio. Euro besser als im Vorjahr, das durch Aufwendungen für die Restrukturierung von Aktivitäten in Indien belastet war. Die operative Rendite betrug 3,2 (2,7) Prozent.

Die Umsatzerlöse von Volkswagen Finanzdienstleistungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 38,0 Mrd. Euro; ein Plus von 15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Operative Ergebnis stieg um 13,3 Prozent und erreichte mit 3,0 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das Geschäftswachstum zurückzuführen.

Frank Witter, Konzernvorstand Finanzen und IT, sagte: „Aktuell beeinflusst die Ausbreitung des Coronavirus die Weltwirtschaft. Es ist ungewiss, mit welcher Schwere und Dauer dies auch den Volkswagen Konzern treffen wird. Eine verlässliche Prognose ist derzeit nahezu unmöglich. Wir schöpfen im Task-Force-Modus alle Maßnahmen aus, um unsere Mitarbeiter und deren Familien zu unterstützen und unser Geschäft zu stabilisieren.“

(Anmerkung 1. Das Fahrzeug wird in Europa noch nicht zum Verkauf angeboten.)

 

Foto: Audi AG