Leitfaden Hausbau: wo Fallstricke lauern

Von der Finanzierung bis zur Auswahl des Bauträgers

Bauliche Veränderungen dürfen den Charakter des Wohnraums nicht grundlegend verändern
Bauliche Veränderungen dürfen den Charakter des Wohnraums nicht grundlegend verändern

Beim Hausbau lauern viele Fallstricke. Was ist zu beachten, damit der der Weg zum  eigenen Heim ein Spaziergang wird. Ein Leitfaden.

„Auch wenn sich viele dank der niedrigen Zinsen derzeit ein Haus leisten können, ist es dennoch wichtig, nicht übereilt zu handeln“, schreibt die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH (WHS), ein Tochterunternehmen der Wüstenrot & Württembergische in einer aktuellen Pressemitteilung. Demnach sei der Trend zu den eigenen vier Wänden ungebrochen. Vor allem in finanziell turbulenten Zeiten, so das Unternehmen, bieten Eigentumswohnung, Reihen-, Massiv- oder Fertighaus Schutz und Wertbeständigkeit.

Die W&W-Vorsorgespezialisten haben einen kurzen Leitfaden für den Weg zum eigenen Heim veröffentlicht. Bevor mit dem Bau des Hauses begonnen werden kann, muss demnach zunächst einmal ein passender Bauträger gefunden werden. Dazu hilft es, sich zuvor Referenzen der Bauträger geben zu lassen und sich mit anderen Bauherren auszutauschen. Wirtschaftsauskunfteien etwa helfen zudem dabei, weitere Informationen über die wirtschaftliche Betätigung, Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit des Bauträgers zu bekommen. Handelt es sich um ein bereits viele Jahre im Wohnungsmarkt tätiges Unternehmen mit solidem finanziellem Fundament, ist die größtmögliche Sicherheit gegeben.

Vor dem Gespräch mit dem Bauträger sollten sich Bauherren bereits Gedanken zu Größe, Grundriss und Bauweise ihrer Wunschimmobilie machen. Ratsam ist außerdem, sich eine Maximalgrenze für die Kosten zu setzen. Auch beim Vertragsabschluss mit dem Bauträger gibt es einige Dinge zu beachten. Zunächst einmal bedarf dieser unbedingt einer notariellen Beurkundung und sollte vor der Unterschrift immer noch einmal durch einen Fachmann überprüft werden.

Im Vertrag sollte der gesamte Leistungsumfang sowie Art und Qualität der Baustoffe und Materialien detailliert aufgeführt werden. Zudem ist es ratsam Zusagen und Sondervereinbarungen vom Bauträger schriftlich bestätigen und im Kaufvertrag berücksichtigen zu lassen. Auch ist es empfehlenswert, den Termin der Bezugsfertigkeit mit vier bis sechs Wochen Toleranz im Kaufvertrag aufzuführen. Die Baubeschreibung sollte genau geprüft werden, damit die eigenen Ansprüche abgedeckt werden. Zudem muss diese von einem Notar beurkundet werden.

Einige Bauträger bieten getrennte Verträge an – einen Kaufvertrag über den Grundstücksanteil und einen Bauvertrag über die noch zu bauende Immobilie. Bei diesem „Generalübernehmermodell“ sollten Bauherren vorsichtig sein, da hier die Käuferschutzvorschriften der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) nicht gültig sind. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Zahlungsraten den strengen Anforderungen des § 3 MaBV entsprechen. So muss vor dem Überweisen der ersten Zahlungsrate entweder eine „Auflassungsvormerkung“ zu Gunsten des Käufers im Grundbuch eingetragen oder gemäß § 7 MaBV vom Bauträger eine Sicherheit durch Bankbürgschaft geleistet sein.

Vor Unterzeichnung des Vertrags sollten Bauherren außerdem prüfen, ob die Kalkulationen des Bauträgers realistisch sind. Die Bezahlung sollte nach tatsächlich erbrachter Leistung erfolgen, Zahlungspläne mit Vorauszahlungen hingegen sind nicht empfehlenswert.

Ein wichtiger Teil des Hausbaus ist zudem die Baufinanzierung. Potenzielle Bauherren sind gut beraten, zunächst die eigene finanzielle Lage zu prüfen und realistisch zu beurteilen. Denn auch wer jetzt angesichts niedriger Zinsen Wohneigentum erwerben kann, muss sich darauf einstellen, die eingegangene Finanzierung über 20 und mehr Jahre durchzuhalten. Kaum einer kann eine Immobilie auf einen Schlag bezahlen. Die Gesamtkosten einer Immobilienfinanzierung – inklusive Nebenkosten für beispielsweise Notar oder Grunderwerbssteuer – werden daher in der Regel durch eine Kombination verschiedener Bausteine aufgebracht. Verwendet werden üblicherweise vorhandenes Eigenkapital, ein Bauspar- und ein Annuitätendarlehen. Für die Höhe der Anteile gilt die Faustregel: 20 bis 30 Prozent Eigenkapital, 20 bis 25 Prozent Bauspardarlehen sowie 50 bis 60 Prozent Annuitätendarlehen.

 

Foto: Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH

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