1.800 neue Wohnungen in Ingolstadt

Anstieg der Mietpreise nur noch in der Größenordnung des Inflationsausgleichs

Der Wohnraum in der Schanz bleibt knapp, denn die Bevölkerung wächst weiter
Der Wohnraum in der Schanz bleibt knapp, denn die Bevölkerung wächst weiter

Etwa 1.800 neue Wohnungen sollen in Ingolstadt 2018 fertig gestellt werden. Nach offiziellen Angaben liegt der Anstieg der Mietpreise nur noch in der Größenordnung des Inflationsausgleichs.

„Bauen, bauen, bauen“, mit dieser Losung von Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel begegnet die Stadt Ingolstadt den Anforderungen der wachsenden Großstadt. Laut einer Pressemitteilung der Stadt wurden in den vergangenen Jahren neue Baugebiete in großem Umfang ausgewiesen und neuer Wohnraum geschaffen. Demnach werde jetzt „ein erster Erfolg der großen Bemühungen“ deutlich: Der Anstieg der Mietpreise fällt 2017 deutlich geringer aus als in den Vorjahren und lag nur noch in der Größenordnung des Inflationsausgleichs (2017: 1,8 %). Waren zuvor noch jährliche Steigerungen von 5 bis 8 Prozent bei den Mietpreisen zu verzeichnen, stiegen sie von 2016 auf 2017 nur zwischen 1 und 2 Prozent. Ein Ergebnis des in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Angebots an Wohnraum.

Das Planungsreferat arbeitet weiterhin unter Hochdruck an der Bearbeitung von Baugenehmigungen und der Ausweisung neuer Baugebiete. Von Januar bis April 2018 wurden bereits Baugenehmigungen für 286 Wohnungen erteilt. Dies entspricht dem Niveau des Vorjahres (2017: 285 Wohnungen Jan-Apr). 2017 sind insgesamt 1.329 Wohnungen genehmigt worden, 1.050 Wohnungen wurden fertiggestellt. Der Bauüberhang (genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt) liegt bei 3.207 Wohnungen. Davon waren zum 31.12.2017 bereits 1.212 Wohnungen im Rohbau fertig, ferner wurde bei 1.118 Wohnungen bereits mit dem Bau begonnen. Aufgrund dieser Zahlen wird für das Jahr 2018 die Fertigstellung von ca. 1.800 neuen Wohnungen erwartet, die zu einer weiteren Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beitragen werden.

Neue Baugebiete

Insgesamt wurde 2018 bereits neues Baurecht für 1.250 Wohneinheiten für ca. 2.400 Einwohner geschaffen (rechtsverbindliche Bebauungspläne). Für weitere ca. 2.300 Wohneinheiten bzw. 6.000 Einwohner ist 2018 Baurecht noch in Vorbereitung. Vor allem mit den neuen Baugebieten „Mailing – Bayernwerkstraße”, „Etting-Steinbuckl” und „Friedrichshofen Dachsberg” sind 2018 zu den bereits laufenden Verfahren drei neue Bauleitplanverfahren auf den Weg gebracht worden, die allein eine Perspektive von bis zu 1.600 Wohneinheiten für bis zu 4.500 Einwohner für die Zukunft aufweisen. Bei einem durchschnittlichen Einwohnerzuwachs von 1.300 Personen pro Jahr reicht das für 2018 aufgezeigte Wohnbauflächen- Potenzial (ca. 3.550 Wohneinheiten für ca. 8.400 Einwohner) für 6,5 Jahre.

Die Entwicklung neuer Baugebiete ist abhängig von der Verfügbarkeit von Flächen; dies gestaltet sich zunehmend schwierig. Durch neue Rahmenbedingungen (Novelle des Bau- Gesetzbuches) kann eine Innenentwicklung durch Möglichkeit der Ausweisung des „Urbanen Gebietes“ befördert werden. Deshalb haben sich Lage und Qualität der neuen Wohnquartiere verändert, mit dem Fokus auf einem sparsamen Umgang mit der Ressource Boden, kompakten Bauweisen und einem stärkeren Schwerpunkt auf Innenentwicklung mit eher städtischer (urbaner) Bebauung; daneben werden bedarfsgerecht neue Flächen am Stadt-, Ortsrand ausgewiesen. Aber auch hier wird, wie mit dem Bebauungsplanentwurf „Etting-Steinbuckel“, auf die jeweilige besondere Ortssituation eingegangen.

Oberbürgermeister Dr. Lösel betont: „Die Frage des bezahlbaren Wohnraumes für alle Bevölkerungsgruppen – junge Familien, Alleinstehende (mit Kind), Seniorinnen und Senioren – ist eine soziale Frage und wichtig für den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft. Stadtrat und Stadtverwaltung haben daher größtes Augenmerk auf der Schaffung neuer Wohnflächen und Bebauungsflächen. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft wird auch über 2020 hinaus jährlich in hohem Maße geförderten Wohnraum bauen. Für den zu erwartenden Aufwuchs an neuen Studenten – Stichwort: Verdoppelung der Technischen Hochschule – setzt die Verwaltung Programme auf, um jährlich 150 neue Studentenwohnungen bis 2030 zu schaffen. Ich freue mich, dass die Bemühungen des Stadtrates und der Stadtverwaltung zu einer Stagnation des Mietpreisanstieges in der Vergangenheit geführt hat. Dies muss beibehalten werden.“

 

Foto: Monkey Business/fotolia – Screenshot Stadt Ingolstadt